Presse

________________________________________

Verlorene Liebe – 2014

Kami Manns` eindringliche „Medea“ im Muffatwerk München

Geschichte ist bekannt: Medea, die Kindsmörderin. Medea, die lieber ihre Söhne opfert, als hinzunehmen, dass ihr Mann eine andere Frau liebt. Viel schon ist dazu inszeniert worden, die Figur aber bleibt in ihrer Unergründlichkeit ei- nes der großen Theater-Rätsel. Auch Heiner Müller hat etwas beigetragen zum The- ma, in seinem Tryptichon „Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten“ versammelt er unter anderem auch Gedanken zu Medea. Dieses „Medea- material“ hat sich die Schauspielerin und Regisseurin Kami Manns geschnappt, den Rest einfach weggelassen, und daraus einen berührenden kleinen Abend gemacht.
Die Bühne im Muffatwerk besteht aus Holzpaletten, eine durchsichtige Wand am hinteren Ende trennt ein Hier von einem Drüben, eine Leinwand zeigt Clips vom Meer, der Brandung und Frauenfüßen. „Parlez-moi d’amour“ schreibt ein reizendes kleines Mädchen zu Beginn der Vorstellung mit schwarzer Farbe and die Wand. Erzählen Sie mir von der Liebe. Ein kitschig-schöner französischer Chanson. Die Liebe, die Medea erfahren und verloren hat. Die Liebe, die sie zum Äußersten treibt. Kami Manns Medea ist eine würdevolle Frau in einem weißen Brautkleid, die ihren Kopf stolz erhoben hält – keine Demütigung. Ihre Monologe trägt sie vor wie eine Tänzerin eine Choreografie, mal spuckt sie die Wörter aus, mal entweichen sie ihr leise. Ihre Medea ist eine nachdenkende Medea, eine kontrollierte. Auch dann noch, als sie ihr Brautkleid längst abgestreift hat und nackt und bloß vor dem Publikum sitzt.
Bewusst greift sie zur roten Farbe und vermengt das in großen Glaszylindern auf- gestellte Wasser damit. Langsam. Das Blut ihrer Kinder, das Blut Kreons und seiner Tochter. „Ach, wäre ich doch das Tier geblieben, das ich war, ehe ein Mann mich zu seiner Frau machte“, sagt sie. Es gibt zum Medea-Diskurs nicht mehr viel Neues bei- zutragen, Kami Manns gelingt es trotzdem. Der Abend ist eine Reise tief in Medeas Herz, das wie ein Floß auf einem offenen Meer treibt.

Christiane Lutz / 12.11.2014 / Süddeutsche Zeitung

________________________________________

MedeaMonolog – Jakobmayer, Dorfen – 2013

Anders als in der Vorlage handelt es sich bei ihrem Stück um einen Monolog, den sie
größtenteils alleine bestreiten wird. Die Protagonistin Medea, so Manns, breche nicht
zusammen und handele nicht im Affekt, sondern gehe ganz bewusst mit dem Weg um,
den sie gegangen sei. Inwieweit das schrecklich sei, müsse der Zuschauer für sich entscheiden.
„Bei Medea zeigt sich, dass die Liebe nicht nur ein anmutiges Geschöpf ist, sondern eben auch alles andere”

Sarah Schiek / 04.07.2013 / Süddeutsche Zeitung

________________________________________

JEDERMANN – Greizer Theaterherbst – 2012

Überwältigend war die Premiere der von Regisseurin Kami Manns geleiteten
Schauspielwerkstatt, die eine frühe Version von Hofmannsthals “Jedermann”
im Schanzengarten aufführte. Mit Stilmitteln des traditionellen japanischen No-
Theaters erzeugten die Mitwirkenden eine extreme Spannung und ein hohes
Maß an Ausdruckskunst.

Karsten Schaarschmidt / 17.09.12 / OTZ

________________________________________

FREISCHÜTZ – Vöhlinschloss – 2012

Das bravourös agierende Groß-Aufgebot spielt in Kostümen des 19. Jahrhunderts (Sabine Thieme)
überzeugend bis in die Nebenrollen.
Kami Wilhelmina Manns (Regie, Bühnenbild) von der Münchner Staatsoper legt die Seelenschichten
der Protagonisten frei. Ihre psychologisch einfühlsame Inszenierung weist spektakuläre
Ideen auf: gespenstisches Stimmengewisper aus dem Off, Musikeinspielungen von der “Freischütz”-
Oper bis zu lateinischen Sacro-Songs, Videoeinblendungen, Feuer-Spuk, nicht zuletzt eine chorisch
unisono sprechende Kinderschar anstelle des Eremiten.

Christa Kanand / 14.08.12 / SWP

________________________________________

Rösti und Bö – Vöhlinschloss – 2012

Kämpfe um Freundschaft und Menschlichkeit sind keine lauten. Kami Manns verwendet moderne Elemente,
klare Symbole, die nachdenklich machen oder schmunzeln lassen. Gezielt setzt sie Sprache und
englische Songs ein, aber keine Kracher – mal etwas anderes auf der Jugendbühne und sehr gelungen.

Regina Langhans / 16.07.2012 / Augsburger Allgemeine

________________________________________